BIM im Infrastrukturbau: Wie Tief- und Straßenbauprojekte kostensicher gesteuert werden können

BIM im Infrastrukturbau: Warum Kosten- und Modellwelt zusammengeführt werden müssen

Infrastrukturprojekte sind langfristig angelegt, technisch anspruchsvoll und wirtschaftlich sensibel. Gerade im Tief- und Straßenbau entstehen hohe Investitionsvolumina, während Planung und Ausführung häufig unter Zeitdruck stehen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Kostensicherheit und Nachvollziehbarkeit.

 

Die BIM-Methode setzt genau an diesem Punkt an. Sie führt geometrische Informationen, Mengen und fachliche Daten in einem digitalen Modell zusammen und schafft damit eine durchgängige Datenbasis über alle Projektphasen hinweg.

 

Der entscheidende Schritt liegt jedoch nicht im Modell selbst, sondern in der Frage, wie daraus belastbare Kosten abgeleitet werden. Erst an dieser Stelle wird BIM zu einem wirtschaftlich relevanten Instrument.

 

Welche Rolle diese Zusammenhänge speziell im Infrastrukturbau spielen, wird in unserem Whitepaper zum Infrastrukturbau näher eingeordnet.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • BIM schafft eine gemeinsame Datenbasis für Planung, Mengen und Informationen
    Im Tief- und Straßenbau entstehen Mengen direkt aus dem Modell
  • Die Herausforderung liegt im Übergang zu stabilen Kostenständen
  • „BIM-Kosten“ in NEVARIS Build ermöglicht strukturierte Kostenschätzungen aus dem Modell

Besondere Anforderungen im Tief- und Straßenbau

Im Infrastrukturbau unterscheiden sich Projekte grundlegend vom Hochbau. Sie sind flächen- und trassenorientiert, verlaufen über lange Distanzen und reagieren sensibel auf äußere Einflüsse.

 

Der Infrastrukturbau umfasst unter anderem den Tiefbau und den Straßenbau:

  1. Tiefbau
    Im Tiefbau wirken sich Baugrund, Grundwasser und Bestandsleitungen direkt auf die Planung aus. Diese Faktoren lassen sich zwar modellieren, entwickeln sich im Projektverlauf jedoch häufig weiter und beeinflussen Mengen sowie Bauabläufe unmittelbar.
  2. Straßenbau
    Im Straßenbau liegt der Fokus stärker auf Schichtaufbau und Linienführung. Gleichzeitig können bereits kleinere Anpassungen, etwa im Querschnitt oder in der Trassierung, zu spürbaren Veränderungen bei Flächen, Volumen und Kosten führen.
    Damit entsteht eine Planungssituation, in der technische und wirtschaftliche Aspekte eng miteinander verzahnt sind und sich kontinuierlich gegenseitig beeinflussen.

Das Spannungsfeld zwischen dynamischem Modell und statischer Kostenstruktur

Das BIM-Modell ist per Definition dynamisch. Es wird fortlaufend weiterentwickelt und präzisiert. Dem gegenüber stehen feste Anforderungen an Kosten. Budgets müssen definiert, freigegeben und dokumentiert werden. Kostenstände müssen zu bestimmten Zeitpunkten belastbar und vergleichbar vorliegen.

 

In der Praxis führt das häufig zu einem Bruch im Prozess. Modellbasierte Mengen werden exportiert, in separaten Systemen weiterverarbeitet und bei Änderungen erneut angepasst. Gerade bei größeren Infrastrukturprojekten entsteht so ein erheblicher Abstimmungsaufwand.

 

Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese beiden Logiken – dynamisches Modell und statische Kostenstruktur – miteinander zu verbinden.

Was mit „BIM-Kosten“ gemeint ist

Der Begriff „BIM-Kosten“ beschreibt eine Funktion in NEVARIS Build, mit der auf Basis eines 3D-Modells strukturierte Kostenschätzungen erzeugt werden können. Eine kompakte Einordnung des Ansatzes findet sich im Blogbeitrag zu BIM-Kosten.

 

Ziel ist es, modellbasierte Mengen direkt in eine belastbare Kostenstruktur zu überführen und Planungsstände nachvollziehbar abzubilden.

 

Im Kern geht es darum,

  • Mengen aus dem Modell zu übernehmen
  • Kostenstände gezielt zu definieren
  • Änderungen wirtschaftlich einordnen zu können

 

Die Kostenstruktur orientiert sich an gängigen Normen wie der DIN 276. Gleichzeitig können Positionen ergänzt werden, die nicht im Modell enthalten sind, etwa Baustelleneinrichtung oder projektspezifische Nebenkosten.

 

Im Interview „BIM-Kosten als echter Effizienz-Boost“ beschreibt Ines Mansfeld, Head of Product Marketing bei NEVARIS, den Ansatz so:

NEVARIS Bausoftware GmbH

Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo das BIM-Modell nicht isoliert bleibt, sondern direkt als Grundlage für eine belastbare Kostenschätzung genutzt wird. So schließen wir die Lücke zwischen Modell und Ausschreibung.

Ines Mansfeld, Architektin Und Head Of Productmarketing Nevaris
Ines Mansfeld Architektin und Head of Productmarketing NEVARIS Bausoftware GmbH

Die praktische Einordnung dazu findet sich im kompletten Interview zu BIM-Kosten als echter Effizienz-Boost.

 

Damit wird das Modell nicht nur zur geometrischen Grundlage, sondern zum Ausgangspunkt einer strukturierten Kostenableitung, wie im Whitepaper zu BIM-Kosten ausführlich dargestellt.

BIM-Kosten: Relevanz für den Tiefbau

Im Tiefbau zeigt sich der Nutzen besonders bei der Bewertung von Mengenentwicklungen.

 

Ein typisches Beispiel ist die Anpassung einer Baugrube. Ändern sich Geometrie oder Baugrundannahmen, wirken sich diese Änderungen unmittelbar auf Aushub- und Verfüllmengen aus. Ohne modellbasierte Kostenableitung müssen diese Effekte separat neu berechnet werden.

 

Werden die Mengen direkt aus dem Modell in eine Kostenstruktur überführt, lassen sich solche Änderungen unmittelbar bewerten. Planungsstände bleiben auch kostenseitig vergleichbar, und Varianten können auf einer konsistenten Datengrundlage gegenübergestellt werden.

 

Gerade bei unsicheren Randbedingungen verbessert sich dadurch die wirtschaftliche Steuerbarkeit deutlich.

BIM-Kosten: Relevanz für den Straßenbau

Im Straßenbau liegt der Fokus auf Schichtaufbau und Flächenentwicklung.

 

Ein Beispiel ist die Variation von Bauweisen, etwa unterschiedliche Asphaltstärken oder alternative Aufbauten im Unterbau. Änderungen im Modell wirken sich direkt auf Flächen und Volumen aus und damit auf die Kosten.

 

Mit einer modellbasierten Kostenableitung lassen sich diese Varianten strukturiert vergleichen. Unterschiede werden nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich sichtbar.

 

Das erleichtert sowohl die interne Entscheidungsfindung als auch die Vorbereitung von Ausschreibungen.

Wie NEVARIS Build den BIM-Kosten-Prozess integriert

NEVARIS Build unterstützt die modellbasierte Planung und Kalkulation innerhalb einer integrierten Umgebung. Die Funktion BIM-Kosten ermöglicht es, Kosten direkt aus dem Modell abzuleiten und Planungsstände versioniert zu dokumentieren.

 

Dadurch entsteht eine durchgängige Verbindung zwischen Modell und Kostenstruktur ohne zusätzliche Medienbrüche.

Fazit: Modellbasierte Kosten als Steuerungsinstrument im Infrastrukturbau

Die BIM-Methode entfaltet ihren Nutzen im Infrastrukturbau dort, wo Planung und Kosten systematisch miteinander verbunden werden.

 

Im Tief- und Straßenbau, wo Projekte durch eine hohe Dynamik geprägt sind, ermöglicht der Ansatz der BIM-Kosten eine strukturierte und nachvollziehbare Ableitung von Kosten aus dem Modell.

 

Damit entsteht eine belastbare Grundlage für Entscheidungen im gesamten Projektverlauf – von der frühen Planung bis zur weiteren Ausarbeitung.

FAQs zu BIM im Infrastrukturbau:

BIM (Building Information Modeling) ist eine Methode, bei der ein digitales Modell als zentrale Datenbasis dient. Im Infrastrukturbau werden darüber Geometrie, Mengen und weitere Projektinformationen zusammengeführt und im Verlauf kontinuierlich weiterentwickelt.

„BIM-Kosten“ beschreibt eine Funktion in NEVARIS Build, mit der aus einem 3D-Modell strukturierte Kostenschätzungen abgeleitet werden. Dabei werden modellbasierte Mengen in eine normgerechte Kostenstruktur überführt und Planungsstände nachvollziehbar dokumentiert.

Im Tiefbau ermöglicht BIM die direkte Ableitung von Mengen, etwa für Aushub oder Verfüllung. Änderungen im Modell wirken sich unmittelbar auf diese Mengen aus und können dadurch auch wirtschaftlich bewertet werden.

Im Straßenbau unterstützt BIM vor allem die Abbildung von Schichtaufbauten und Flächen. Mengen für Asphalt- oder Tragschichten lassen sich direkt aus dem Modell ableiten und bei Änderungen fortschreiben.

Weil Planung im Infrastrukturbau dynamisch ist, Kosten aber zu bestimmten Zeitpunkten stabil vorliegen müssen. Die direkte Ableitung von Kosten aus dem Modell reduziert manuelle Zwischenschritte und verbessert die Nachvollziehbarkeit.

Kostenentwicklungen werden transparenter, Planungsstände vergleichbar und Varianten können auf einer konsistenten Datenbasis bewertet werden. Das erleichtert Entscheidungen im Projektverlauf.

Fotonachweis: Stock Adobe/NEVARIS

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