„Wer nicht digitalisiert, verliert“ – Für Infrastrukturbauer Josef Hebel gehört Digitalisierung zur Unternehmensstrategie

Digitalisierung in der Bauwirtschaft ist ein weites Feld. Wir wollten es genauer wissen und haben uns unter unseren Kunden im Umfeld des Infrastrukturbaus umgehört. Dabei durften wir Marlon Kuhnert aus dem Bereich Prozessmanagement und Digitalisierung bei der Josef Hebel GmbH & Co. KG fragen: Wie setzt ein Traditionsunternehmen digitale Strategien im Alltag um?

NEVARIS: Herr Kuhnert, Hand aufs Herz: Ist Digitalisierung für Sie eher ein kurzfristiger Hebel für mehr Effizienz oder eine langfristige Strategie im Infrastrukturbau?

 

Marlon Kuhnert: Für uns ist Digitalisierung kein kurzfristiger „EffizienzHEBEL“ – um hier ein kleines Wortspiel mit unserem Firmennamen zu machen –, sondern ein zentraler Baustein der langfristigen Unternehmensstrategie. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten merken wir: Digitale Prozesse schaffen Transparenz, Stabilität und Steuerungsfähigkeit.

NEVARIS: Würden Sie so weit gehen, Digitalisierung als echten Wettbewerbsvorteil zu bezeichnen?

 

Marlon Kuhnert: Absolut. Effizienz und Wettbewerbsvorteil sind untrennbar verbunden. Wer heute durchgängige, saubere Prozesse etabliert und diese visualisiert – etwa über PowerBI –, ist morgen schneller und wirtschaftlicher. Das macht das Unternehmen attraktiver, sowohl für Auftraggeber als auch für Mitarbeitende.

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Josef Hebel GmbH

Hochbau, Tiefbau, Schlüsselfertigbau, Bauwerkserhaltung und Projektentwicklung

Der größte Bedarf liegt in der Durchgängigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

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Marlon Kuhnert Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung Josef Hebel GmbH Hochbau, Tiefbau, Schlüsselfertigbau, Bauwerkserhaltung und Projektentwicklung

NEVARIS: Wo fließt aktuell der größte Teil Ihrer Investitionen hin?

 

Marlon Kuhnert: Der größte Bedarf liegt in der Durchgängigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom Auftragseingang über Kalkulation und Einkauf bis hin zur Bauausführung und dem Controlling. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Datenintegration, der Prozessstandardisierung und vor allem der Reduzierung manueller Schnittstellen.

NEVARIS: An welchen konkreten Lösungen arbeiten Sie im Moment?

 

Marlon Kuhnert: Wir treiben die Nutzung und Weiterentwicklung unseres ERP-Systems NEVARIS Finance konsequent voran. Dazu kommen digitale Ticketsysteme für Störungen, Ideen und Maßnahmen. Hierfür nutzen wir die Baustellen-App 123erfasst, ebenfalls aus dem Hause NEVARIS.

Josef Hebel setzt auf mobile Baustellenapp von NEVARIS

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„Ein weiteres großes Thema,“ ergänzt Marlon Kuhnert im Interview: „Automatisierte Auswertungen und Dashboards für die Führungsebene, denn: Ziel ist es, operative Entscheidungen auf aktuelle Daten zu stützen und Transparenz bis auf die Baustellenebene zu schaffen.

Ziel ist es, operative Entscheidungen auf aktuelle Daten zu stützen und Transparenz bis auf die Baustellenebene zu schaffen.

Marlon Kuhnert Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung, Josef Hebel GmbH

NEVARIS: Gestrichene Förderungen, ausbleibende Ausschreibungen, viel Bürokratie im Sektor Infrastruktur und der gesamten Baubranche – Beeinflusst das Zögern der Politik Ihre Digitalisierungsstrategie?

 

Marlon Kuhnert: Nein, das spielt für uns nur eine untergeordnete Rolle. Wir betrachten Investitionen in digitale Prozesse als notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben – unabhängig von Förderungen. Da Marktzyklen schwanken, ist Digitalisierung für uns ein Mittel zur Risikominimierung und zur nachhaltigen Stabilisierung des Unternehmens, nicht bloß eine Reaktion auf staatliche Impulse.

 

NEVARIS: Vielen Dank für das Gespräch!

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