Der neue Mindestlohn im Baugewerbe 2019: So setzen Unternehmen ihn prüfungssicher um

Seit dem 1. März 2019 ist in der Baubranche ein neuer Mindestlohn gültig. Damit wurden die tariflichen Lohnuntergrenzen ein drittes Mal seit dem 1. Januar 2017 erhöht. Wegen der vielen Präliminarien im Baugewerbe ist es nicht ganz einfach, die neuen Gesetze und Auflagen korrekt umzusetzen. Wir zeigen Ihnen, auf welche Stolperfallen Sie achten müssen.

 

Leider ein Fakt, dem Sie als Unternehmer oder Lohnbuchhalter in der Baubranche ins Auge sehen müssen: Der Verstoß gegen die neuen gesetzlichen Auflagen im Rahmen der Mindestlohneinführung kann im ungünstigsten Fall zu Geldbußen bis zu 500.000€ und zum Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren führen. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Lohnbuchhaltung spätestens jetzt gegenchecken und auf den neuesten Stand bringen.

 

Welcher Mindestlohn im Baugewerbe für welche Lohngruppe?

Sie sollten jetzt mit Argusaugen darüber wachen, dass die Mitarbeiter Ihres Unternehmens in die korrekten Lohngruppen eingeteilt sind und ihre Gehälter entsprechend der neuen Lohnuntergrenzen abgerechnet werden. Dies wird in Zukunft vermehrt nicht nur vom Zoll, sondern auch von den Prüfern der Sozialversicherung in den Betrieben kontrolliert werden.

Angehörige der Lohngruppe 1 haben bisher bundesweit einen Stundenlohn von mindestens 11,75 Euro erhalten. Seit 1. März 2019 stehen ihnen 12,20 Euro zu. Diese Lohngruppe umfasst alle Beschäftigten, die einfache Bau- und Montagearbeiten oder einfache Wartungs- und Pflegearbeiten an Baumaschinen und Geräten ausführen – nach genauer Anweisung einer gelernten Fachkraft. Für diese Tätigkeiten sind keine Regelqualifikationen vorausgesetzt.

Beim Mindestlohn für Facharbeiter, also Lohngruppe 2, wird regional unterschieden: In Ostdeutschland entspricht er der Lohngruppe 1. In Westdeutschland ist er von 14,95 Euro pro Zeitstunde auf 15,20 Euro gestiegen. Für Fachkräfte in Berlin erhöht sich der Mindestlohn von 14,80 Euro auf 15,05 Euro.

Genauer definiert sind die Tätigkeiten von Lohngruppe 1 und Lohngruppe 2 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV). Die Entwicklung der Mindestlöhne in der Baubranche seit dem 1. März 2018 bis zum 1. Januar für die Lohngruppen 1 und 2 in Ost und West ist auf dem Presse- und Informationsportal der Bundesregierung nachzulesen.

 

Baulohn berechnen: Was jetzt wichtig ist

Besonders verunsichert sind Unternehmer in der Baubranche, was die Auswirkungen der neuen Mindestlohngesetze auf Kurzarbeitergeld und Ansparkonten angeht. Was KUG angeht, so brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen: Bei der korrekten Abrechnung und Abwicklung ist die Prüfung auf den Mindestlohn hier irrelevant, da Kurzarbeitergeld wegen Auftragsmangel oder witterungsbedingt auf nicht gearbeitete Stunden gezahlt wird. Es sind also immer nur die tatsächlich gearbeiteten Stunden ausschlaggebend.

Falls Sie für Mitarbeiter Arbeitszeitkonten eingerichtet haben, damit sie in der Schlechtwetterzeit das Zuschuss-Wintergeld in Anspruch nehmen können, sollten Sie aber folgendes berücksichtigen: Für Arbeitnehmer, die nur den Mindestlohn erhalten, gilt auf Grundlage von § 2 Abs. 2 Satz 3 MiLoG, dass die auf dem Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden monatlich nicht mehr als 50 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit übersteigen dürfen. Werden darüber hinaus Stunden angesammelt, so müssen diese zwingend am letzten Bankarbeitstag des betroffenen Monats vergütet werden. Zudem sind Zeiten von Arbeitsbereitschaft und Bereitschaftsdienst gemäß der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vergütungspflichtige Arbeitszeit im Sinne des Mindestlohngesetzes. sind.

Die Lohngesetze sollen von der Bundesregierung alle zwei Jahre geprüft und eventuell angepasst werden. Eine branchenspezifische Lohnabrechnungs-Softwarelösung, die mit wenigen Klicks auf neue tariflichen Vorgaben aktualisierbar ist, bietet hier langfristig eine gewisse Sicherheit: Sie arbeitet nach dem Update automatisch mit den neuen Parametern und schaltet somit von Vornherein viele Fehlerquellen aus.

 

Wenn Sie Fragen zum Thema „Lohnbuchhaltungs-Software für Bauunternehmen“ haben und Informationen benötigen, schicken Sie uns doch bitte einfach eine Nachricht.

 

Bildnachweis: ©ilkercelik/Shutterstock.com,  Autorin: Eva-Marion Beck

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