Vom Homeoffice zurück in den Baubetrieb: So sind Sie bestens vorbereitet

Auf den meisten Baustellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Arbeit während der Corona-Pandemie weitergegangen. Viele Angestellte der Baubranche, die ihren üblichen Arbeitsplatz im Büro haben, hat das Virus aber ins Homeoffice gezwungen. Jetzt lockert die Politik die Beschränkungen und die Rückkehr in den normalen Büroalltag steht bevor. Welche Bedingungen Sie als Arbeitgeber dafür erfüllen müssen, erfahren Sie hier.

Covid-19 stellt die Arbeitswelt auf den Kopf: Innerhalb kürzester Zeit mussten sich Millionen Beschäftigte ins Homeoffice zurückziehen. Die Pandemie ist zwar noch nicht überwunden, aber die Regierungen der DACH-Region haben sich auf schrittweise Lockerungen im öffentlichen Leben verständigt. Und auch viele Arbeitgeber sehen die Zeit gekommen, die Arbeiter wieder zurück in die Betriebe zu holen.

Allerdings müssen Chefs dem Infektionsschutz und dem gesetzlichen Arbeitsschutz Rechnung tragen. Im Ernstfall können Arbeitnehmer Schadensersatzansprüche anmelden oder ihre Leistung verweigern, sprich nicht in den Betrieb kommen, wenn die Gefährdung zu groß ist. Unternehmenslenker riskieren empfindliche Geldstrafen bis zu 5.000 Euro, wenn sie ihre Fürsorgepflichten gegenüber Mitarbeitern vernachlässigen.

 

Damit Ihnen das nicht passiert, hier ein paar Tipps und Tricks, wie Sie Ihrer Fürsorgepflicht bestmöglich nachkommen können:


1. Für Mindestabstand sorgen

Das oberste Gebot bei den Sicherheitsmaßnahmen: 1,5 Meter Mindestabstand – egal wo, ob im Gebäude, im Freien oder in Fahrzeugen (über Abstand und Schutzmaskenpflicht auf der Baustelle hatten wir bereits berichtet). In vielen Räumen muss die bestehende Ordnung dafür verändert werden. Stellen Sie Schreibtische um und entfernen Sie überschüssige Stühle in Konferenzräumen, Pausenräumen oder Kantinen. Wo der vorhandene Platz trotzdem nicht ausreicht, kann Schichtarbeit die Kapazitäten erhöhen. Vor allem für Unternehmen mit begrenzten Sitzplätzen empfiehlt sich außerdem eine schrittweise Rückkehr der Mitarbeiter ins Büro.

Um den Mindestabstand für Ihre Leute sichtbar zu machen, sind Absperrungen, Markierungen oder Zugangsregelungen ratsam. Zu den offiziellen Empfehlungen gehört sogar die Installation von transparenten Abtrennungen. Klebestreifen auf dem Boden zeigen Ihren Leuten, wie sie nicht zu dicht aneinander vorbeigehen.


2. Hygienemaßnahmen erhöhen

Mit der Rückkehr ins Büro sollten auch die hygienischen Standards an die derzeitige Situation angepasst werden. Zu den zumutbaren Maßnahmen kann zählen, dass Sie als Chef oder Führungskraft Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken, Handschuhe oder sonstige Schutzausrüstung bereitstellen. Pflicht ist dies auf alle Fälle, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann oder Ihre Mitarbeiter Kundenkontakt haben.

Sie sind außerdem verpflichtet, Ihre Beschäftigten durch Poster oder über andere Kommunikationskanäle zu informieren, welche Hygienemaßnahmen sie einhalten sollten. Dazu zählen unter anderem:

    • Hände mehrmals täglich gründlich mit Wasser und Seife oder mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel reinigen.
    • Arbeitsflächen, Tastaturen und Telefone regelmäßig reinigen.
    • Arbeitsräume und Aufenthaltsräume regelmäßig lüften.
    • Beim Husten oder Niesen Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch bedecken, das Taschentuch sofort entsorgen und die Hände waschen. Ist kein Taschentuch zur Hand, in die Ellenbeuge husten oder niesen – nicht in die Hand.


3. Face-to-Face-Besprechungen reduzieren

Versuchen Sie Besprechungen mit Anwesenheitspflicht, bei denen viele Kollegen auf engem Raum zusammenkommen, zu umgehen bzw. diese weiterhin über digitale Kanäle, wie z.B. Microsoft Teams, stattfinden zu lassen.
Lässt sich ein Face-to-Face-Meeting gar nicht vermeiden, treffen Sie entsprechende Schutzmaßnahmen, wie bspw. das Sicherstellen von genügend Abstand zwischen den einzelnen Plätzen durch klare Sitzplatzmarkierungen und die Verpflichtung zum Tragen von Nasen- und Mundschutzmasken. Machen Sie Ihre Mitarbeiter auch darauf aufmerksam, anstehende Besprechungen sowohl personell als auch zeitlich auf ein Minimum zu beschränken.


4. Aufenthaltsverbote für Menschen mit
nicht abgeklärten Atemwegssymptomen

Sind Sie der Ansicht, dass ein Arbeitnehmer nicht arbeitsfähig ist, können und sollten Sie die Person nach Hause schicken. Allerdings können Sie nicht einfach anordnen, dass sie zu Hause bleiben und Urlaub nehmen oder etwa Überstunden abbauen soll. Das ist nur mit der Einwilligung des Mitarbeiters möglich.


5. Auf zweite Welle vorbereiten

Bereiten Sie sich und Ihre Mitarbeiter auf jeden Fall auf eine mögliche zweite Corona-Welle vor. Bei Bedarf sollten Sie relativ spontan wieder in den Homeoffice-Modus umschalten können. Doch nur, wenn Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter richtig dafür eingerichtet sind, schöpfen Sie das volle Potenzial des digitalen Arbeitens von zu Hause aus. Nutzen Sie daher die Zeit zur Optimierung Ihrer Infrastruktur, für Schulungen – z.B. zu Telekonferenzen – sowie zu psychologischen Aspekten im Homeoffice.


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Bildnachweis: A Lot Of People/Shutterstock.com    Autor: Eva-Marion Beck

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