Software-Einführung: So nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit auf die Reise

Digitalisierung braucht nicht nur fachliche Skills, sondern auch psychologisches Feingefühl. Denn ohne einen Vertrauensvorschuss der Mitarbeiter und die Bereitschaft zur Veränderung geht es nicht. Das stellt gerade die Baubranche mit ihrem traditionellen Silodenken vor große Herausforderungen. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Leute trotzdem mit ins Boot holen und dazu motivieren können, gemeinsam Kurs auf effizientere Arbeitsabläufe zu nehmen.

Die Einführung digitaler Abläufe im Baubetrieb spart Zeit und Kosten und erhöht die Transparenz. So ermöglichen elektronische Verfahren wie DMS (Dokumentenmanagementsysteme) beispielsweise neben einer einfacheren Auffindbarkeit und Archivierung von Geschäftsunterlagen unter anderem auch den mobilen Zugriff auf digitale Bauakten. Zudem bringen auch gesetzliche Vorgaben und die zunehmende Digitalisierung in Ämtern und Behörden immer mehr Unternehmen der Bauwirtschaft dazu, auf neue digitale Features wie etwa die elektronische Rechnungsstellung umzusteigen.  

Kurz: Die Mehrheit der Unternehmen der Bauwirtschaft hat die Notwendigkeit erkannt, auf Digitalisierungskurs zu gehen und die eigenen Mitarbeiter entsprechend weiterzubilden. Und es geht auch mit großen Schritten voran. Der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ der Telekom ermittelte, dass sogar schon knapp ein Drittel der Baubetriebe inzwischen ein digitales Bautagebuch nutzen, das den gesamten Bauprozess dokumentiert und für jeden Zugriffsberechtigten transparent macht.

AUSPROBIEREN UND FEHLSCHLÄGE ERLAUBT

Allerdings klagen viele Personalverantwortliche, es sei mit erheblichem Aufwand verbunden, die Mitarbeiter von der Notwendigkeit der Maßnahmen zu überzeugen. „Das Thema Digitalisierung ruft bei sehr vielen eine diffuse Skepsis, Angst und Ablehnung hervor“, erläutert Christoph Bubmann, Geschäftsführer der digitransform GmbH, die sich als „Spezialist der digitalen Mobilisierung“ positioniert. Er rät, dieser Angst ganz praxisnah und vor allem menschlich zu begegnen. „Chefs sollten operativ vorgehen. Klare Ansagen darüber, worum es geht, wann was durchgeführt wird. Und vor allem, dass Ausprobieren erwünscht ist und Fehlschläge erlaubt sind.“

Auch Thorsten Wenzel, Director Sales bei NEVARIS, betont die Wichtigkeit von Geduld, offener Kommunikation und gegenseitigem Wohlwollen für eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie. „Die Angst, die bei vielen Bauunternehmern und Mitarbeitern mitschwingt, ist, dass die zwischenmenschliche Ebene wegfällt. Das stimmt aber nicht. Im Gegenteil. In Zeiten der Digitalisierung lernen der 62-jährige Kalkulator und der 26-jährige Studienabsolvent gegenseitig voneinander. Der eine hat die Erfahrung, der andere bringt das technische Know-how mit. Alte Werte wie Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und Erfahrungen müssen in Fachteams mit neuen Werten wie Modernität, Neugier und Technologieaffinität zusammenkommen – deshalb sind Gespräche so immens wichtig.“

JEDER LERNT ANDERS – DAS IST OKAY

Wie eine behutsame Einweisung der Mitarbeiter in der Praxis funktionieren kann, zeigt das Beispiel der celler brunnenbau-Gruppe in Celledie auf Lösungen auf den Gebieten der Bodenerkundung, des Brunnenbaus und der Umwelttechnik spezialisiert ist. Hier wurden zahlreiche neue digitale Tools für interne Abläufe wie zum Beispiel die Erfassung von Arbeitsleistungen auf der Baustelle, im Bereich von Ausschreibung und Kalkulation sowie der Massen- und Mengenermittlung implementiert. Die Einführung der neuen Software erfolgte schrittweise und sehr behutsam. „Wir nehmen unsere Leute mit auf diesen Weg und haben ein offenes Ohr“, erklärt Prokurist Patric Wietfeldt.

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„Wir können nicht von heute auf morgen alles umstellen. Jeder, der bei uns im Unternehmen arbeitet, wird die Software beherrschen lernen. Der eine wird vielleicht drei Monate brauchen, der andere zwei Jahre. Beides ist absolut ok.“ Als strategischer Vorteil erwies sich, dass die celler brunnenbau-Gruppe aus mehr als 20 Einzelunternehmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten besteht, die aber alle im Wasser- und Bausektor tätig sind. Neue Tools und Abläufe wurden zunächst nach dem „Trial and Error“-Prinzip in jeweils nur einer Firma im Konzern umgesetzt. So schuf man in gewisser Weise eine risikoarme Testumgebung, von der die anderen Einzelunternehmen dann lernen konnten.

Bewährt haben sich bei Software-Einführungen übrigens Tandems aus jüngeren und älteren Angestellten, die über ein paar Wochen zusammenarbeiten. So lassen sich auch die größten Skeptiker schließlich überzeugen: Die neue Software ist kein Buch mit 7 Siegeln und sie macht den eigenen Arbeitsalltag einfach effizienter und somit auch zufriedenstellender.

Sie wollen mehr Informationen, wie Sie die ersten Schritte zur Digitalisierung Ihres Unternehmens angehen können? Wir beraten Sie gerne!

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